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Von admin, 25. April 2016

Chia-Revolte und Kuhmarathon – Das war die BioOst 2016

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Wenn man von Bio spricht, ist das Thema Regionalität nicht weit. Deswegen liegt es nahe, dass die Veranstalter im Gegensatz zur BioFach in Nürnberg, den jährlichen Branchentreff dezentralisieren und auf vier regionale Fachmessen setzen. Auch, damit die Fachbesucher kürzere Reisewege haben. Froh über diese schnelle Verbindung zur Biomesse und gespannt, wie sich eben dieser regionale Ansatz in der BioOst widerspiegelt, haben wir am gestrigen Sonntag die Messe Berlin unsicher gemacht.

Was bewegt die Bio-Branche?

Dabei drängten sich uns schnell die Hauptthemen auf: Internationale Superfoods vs. heimische „Nährstoff-Bomben“, der Mangel an regionalen Bio-Rohstoffen und der Rückgang an Bio-Ackerflächen in Deutschland und natürlich jede Menge Bio-Lifestyle.

Kurze Geschichten von großen Ideen

Kürbis-Ketschup und mehrVerblüfft haben uns wieder die vielen kleinen und großen Geschichten hinten den Produkten, wie dem Kürbis-Ketchup von Georg Thalhammer aus Unterfranken. Mit dessen Tochter sprachen wir darüber, dass der BioFach-Gewinner „Best New Product“ von 2014 als Zufallsprodukt eher aus der Not geboren worden war. Nachhaltig beeindruckt haben uns auch Iris und Fritz Klein, die im Taubertal (Baden-Württemberg) Lupinen anbauen und daraus eine hervoragende Alternative zu Kaffee herstellen. Von ihnen erfuhren wir jede Menge Wissenswertes um den Nutzen der Lupine und dass sie Soja zu 100 Prozent ersetzen und sogar noch mehr kann. Erstaunlich, was Kleins als reiner Familienbetrieb Großes erreicht haben.

Nach dem obligatorischen Boxenstopp für einen weltbesten Cappuccino bei Ökotopia trafen wir alte Bekannte wie Elfi Braun. Die Vogtländerin hat sich der Brennessel und allem, was drumherum wächst, verschrieben. Von ihr wollten wir wissen, was es Neues gibt. Nun wissen wir nicht nur, dass man mit Ackerschachtelhalm Messer schleifen kann und warum man Birken anbohrt. Wir sprachen mit ihr auch über Sonnenblumenimporte aus China und die Grenzen von Wildsammlungen.

Neu Wellnessel Pure Freunde

Zu wenig „Rosinen“ auf der BioOst

Gestärkt mit Sahnetorte unserer Dresdner Lieblings-Biokonditorei Bucheckchen, wo gerade der Christstollen angeschnitten wurde (Qualitätsprodukte  werden eben mit der Zeit immer besser) gings weiter auf der Suche nach den „Rosinen“, die sich leider für unseren Geschmack zwischen den großen Platzhirschen (Rapunzel, Dennree, Sonnentor, Bionade, Davert & Co.) zu rar machten.

BioOst 2016 Produkt-Auswahl„The Taste of Heimat“ fehlte uns gänzlich beim Sloganinhaber Das Eis. und im Großen und Ganzen auf der Messe insgesamt. Als Aussteller erwiesen sich wie immer die Österreicher als stärkste Selbstvermarkter mit Kuhmarathon und Punktesystem fürs Weidenentertainment.

Das wir viele kleine spannende Projekte vermisst haben, liegt sicher nicht zuletzt an den Zugangskriterien der Messe: Denn Aussteller müssen bereits „im Großhandel“ gelistet sein, erfuhren wir von der  Pressestelle. Auch der Mietpreis für die Standflächen dürfte für viele Klein- und Kleinstunternehmen sowie Start-ups zum Ausschlusskriterium geworden sein.

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