Von Birgit, 13. November 2017

Nachhaltiges Einkaufen im Urlaub: Reisen ohne Verzicht

Nach dem Urlaub ist bei vielen auch vor dem Urlaub. Die nächsten freien Tage kommen bestimmt. Deshalb passt der Gastbeitrag von Stefany Seipp recht gut in die Zeit und zu unserer Philosophie. Mit ihren nachhaltigen Einkaufstipps möchten wir Euch für diese Urlaubsthema sensibilisieren:

Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile in aller Munde. Viele Menschen fragen sich: Was kann ich tun, um auf lange Sicht die Umwelt zu schonen? Nachhaltigkeit mag sich dabei mit dem ganz normalen Alltag vereinbaren lassen, im Urlaub sieht die Sache aber oft ganz anders aus: Wir fliegen weite Strecken und lassen uns beim Shoppen schnell zu Spontankäufen hinreißen, die alles andere als nachhaltig sind. Damit dir das nicht passiert, haben wir sieben grüne Perlen zum nachhaltigen Einkaufen im Urlaub zusammengestellt

1. Regional ist genial

Du kaufst zuhause nur saisonal und Produkte aus deiner Region? Kein Grund, das im Urlaub zu ändern! Lass also im Urlaub McDonald’s und Co. links liegen und genieße stattdessen lokale Gerichte in kleinen Restaurants, die von Einheimischen betrieben werden. Oder geh auf einen Wochenmarkt – so bekommst du das Flair deines Urlaubsortes noch besser mit. In Paris gibt es zum Beispiel jeden Samstag den Marché Brancusi, einen kleinen, aber feinen Bio-Markt.

Garküche Foto: lisheng ChangNachhaltig einkaufen gilt übrigens auch für Souvenirs. Über klischeehafte Mitbringsel freut sich ohnehin niemand wirklich, warum also nicht nach originellen Kleinigkeiten suchen? In London findest du zum Beispiel einzigartige Vintage-Teile auf dem Portobello Road Market, dem Sunday Upmarket auf der Brick Lane im hippen Stadtteil Shoreditch oder auch auf dem Camden Town Market.

2. Vorsicht bei der Souvenirwahl

Gerade in asiatischen Ländern nehmen es Händler mit dem Tierschutz nicht immer so genau und verkaufen Souvenirs, für die ein Lebewesen Grausames durchleiden musste. Verzichte deshalb auf Schnitzereien aus Elfenbein, Korallenschmuck und Fell-Teppiche, denn mit großer Wahrscheinlichkeit hat ein Tier oder die Natur dafür gelitten. Boykottiere die Anbieter und fordere andere auf, es ebenfalls zu tun. Natürlich darfst du Erinnerungen mit nach Hause nehmen – aber warum nicht einfach in Form von Fotos? Reisebilder sind einzigartig und garantiert tierfreundlich.

3. Eigene Tasche mitnehmen

In Thailand auf dem Strandmarkt einen neuen Bikini kaufen und dabei ganz automatisch die dünne Plastiktüte vom Händler annehmen: So leicht ist Nachhaltigkeit im Urlaub über Bord geworfen. Genauso leicht kannst du aber verhindern, dass ein weiteres Stück Plastik achtlos verschwendet wird: Nimm auch im Urlaub immer einen Stoffbeutel mit. Zuhause musst du vermutlich für Plastiktüten bezahlen und hast deshalb meistens selbst eine Tasche dabei – warum nicht auch im Urlaub? Stoffbeutel gibt es heute in vielen coolen Designs, kein Grund also, sie zu verstecken!

4. Auf Fairtrade achten

Auch im Urlaub kannst du geregelte Arbeitsbedingungen und das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit unterstützen, indem du Fairtrade-Produkte kaufst. Investiere im Zweifelsfall ein bisschen mehr Geld und kaufe Schokolade, Kaffee, Stoffe etc. nur mit dem Gütesiegel. So verlockend niedrig die Preise in manchen Urlaubsländern sein mögen: Wenn du keinerlei Informationen über die Herstellung findest, war in der Produktion wohl kaum Fairness im Spiel.

5. Mit Bedacht einkaufen

Im Urlaub möchte man sich etwas gönnen. Wenn man dann noch in einer Gegend unterwegs ist, die im Vergleich zu Mitteleuropa unschlagbar billig scheint, geraten die Einkäufe schnell außer Kontrolle: Einmal ist schließlich keinmal. Oder doch? Jedes überflüssige Mitbringsel, das du zuhause doch nicht brauchst und einfach wegwirfst, geht gegen das Nachhaltigkeitsprinzip. Kaufe also nur Dinge, die du sicher verwenden wirst. Eine Kette mit Muscheln passt zu Hause eigentlich nicht zu deinem Kleidungsstil? Eben, du wirst sie also zurück im Alltag sicher nicht vermissen.

6. Frische Lebensmittel kaufen

Im Urlaub hast du die Gelegenheit, die lokale Küche voll auszukosten. Nutze sie, indem du kein abgepacktes Essen kaufst. Das Sandwich aus dem Supermarkt mag auf die Schnelle praktischer sein, geschmacklich und in puncto Nachhaltigkeit kommt es aber nicht ansatzweise an frisches Obst oder Gemüse vom Markt heran.

Marktstand Foto: Andrae RickettsKaufe also statt überzuckerter Cola in der Plastikflasche einfach ein Stück saftige Wassermelone, Kokoswasser direkt aus der Nuss, oder was dein Urlaubsland sonst so zu bieten hat. Damit vermeidest du Plastikmüll, unterstützt die Menschen dort direkt vor Ort und gibst deinem Körper auch noch einen gesunden Frischekick.

7. Recyclebare Alternativen finden

Auf Reisen lässt es sich natürlich auch mit größten Bemühungen manchmal nicht vermeiden, verpackte Produkte zu kaufen. Sobald zum Beispiel das Leitungswasser nicht trinkbar ist, gerät die Selbstversorgung an ihre Grenzen und du musst zu abgepackten Getränken greifen. Versuche in solchen Fällen, Müll zu vermeiden und nimm, wenn möglich, lieber Glas als Plastik.

Zumindest ein bisschen vorsorgen kannst du aber schon zuhause beim Packen: Nimm außer Jutebeuteln auch eine kleine, faltbare Frischhaltebox mit, damit du Snacks für Tagestrips einpacken kannst und nicht allzu viel Plastikmüll produzierst.

Fazit

Auch im Urlaub ist es nicht unmöglich, beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit zu achten. Denn bei Nachhaltigkeit handelt es sich nicht um einen flüchtigen Trend, sondern eine wichtige Einstellungshaltung: Wenn du den Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt konsequent unterstützt, leistest du zwar vielleicht nur einen kleinen, aber doch wichtigen Beitrag zum bewussteren Umgang mit der Natur. Das geht auch unterwegs – leichter als man denkt.

Stefany Seipp PorträtAutorin: Stefany Seipp
Position: Geschäftsführerin

Stefany Seipp betreibt zusammen mit Ihrem Team die Informations- und Kommunikationsplattform Green Pearls®. Das Unternehmen ist Spezialist für unvergessliche Destinationen und nachhaltiges Reisen und konzentriert sich dabei auf sanften, komfortablen Tourismus sowie auf den Umweltschutz und die Optimierung des sozialen Gleichgewichts.

Gastbeitrag mit freundlicher Unterstützung von Green Pearls
Fotos: von Green Pearls zur Verfügung gestellt

2 Antworten auf Nachhaltiges Einkaufen im Urlaub: Reisen ohne Verzicht

  1. Susanne sagt:

    Schöner Beitrag, ich mache auch immer Natururlaub (Diesmal im Hotel Tissens) und achte dementsprechend auch viel auf Nachhaltigkeit. Das ist mir einfach wichtig

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