Von Adina, 20. August 2012

Plädoyer für die Glasflasche als umweltfreundlichste Verpackung

FragenbogenLaut einer Studie, die NABU (Naturschutzbund Deutschland) beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hatte, wünschen sich mehr als zwei Drittel der Deutschen umweltfreundliche Getränkeverpackungen. Die Studio ergab leider auch, dass viele Verbraucher nicht wirklich wissen, welche Verpackungen empfehlenswert sind und welche Nachteile für Umwelt und Gesundheit mitsichbringen. Immerhin, fast 90 Prozent sind sich im Klaren darüber, dass die gute alte Mehrwergflasche aus Glas ökologisch am unbedenklichsten ist.

Die sieben gängisten Verpackungsarten für Getränke und Flüssigkeiten waren abgefragt worden: Glas-Mehrweg und -einweg, Plastik-Mehrweg und -einweg, Getränkekartons sowie Dosen.

Undurchsichtiges Pfandsystem führt zu umweltschädlichen Kaufentscheidungen

Eines der größten Probleme sei das undurchsichtige Pfandsystem, das für viele Verbraucher zu undurchsichtig sei. „Das führt zu umweltschädigenden Kaufentscheidungen, obwohl die Verbraucher eigentlich umweltfreundliche Verpackungen bevorzugen. Hier ist der Handel in der Pflicht, Verbraucher ordentlich zu informieren“, erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

NABU empfiehlt neben Glas- auch Plastik-Mehrweg-Flaschen als umweltfreundlich, wobei die Frage nach gesundheitschädlichen Stoffen im Kunststoff stehenbleibt. Doch nach wie vor ist die PET-Flasche die gängigste Art, wie Getränke in den Handel kommen. Zwar kommen inzwischen die meisten davon, geregelt durch das Pfandsystem, wieder in den Kreislauf zurück, aber bisher gibt es kein Recyclingverfahren, dass den Abfall zu 100 Prozent wieder zu Flaschen verarbeiten kann. Über die Hälfte gebrauchter Plastik-Getränke-Flaschen wird, meist in Asien, zu Textilfaser verwertet.

neue Verwertungsverfahren für PET-Flaschen

Pet-FlaschenVielleicht lässt die Nachricht, die die Zeitschrift „Welt“ am 17.8.2012 veröffentlichte, hoffen: Demnach haben Deutsche und US-amerikanische Wissenschaftler unabhängig voneinander Verfahren entwickelt, mit denen PET-Flaschen zu 100 Prozent recycelt werden können. Bei diesen chemischen Verfahren wird das Material in seine einzelnen Bestandteile zerlegt und daraus ließen sich wieder transparente Flaschen herstellen. Bisher bekannte Methoden seien zu teuer und zu energieaufwendig gewesen, deshalb hätten sie sich nicht durchgesetzt, hieß es von Seiten der US-amerikanischen National Association for PET Container Resources. Bleibt abzuwarten, wie kostengünstig sich die neuen Erkenntnisse anwenden lassen.

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