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Nützliches gegen Schädlinge

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Gärtnern macht Spaß, im Grünen sein macht glücklich. Zeigen sich schon im zeitigen Frühjahr erste Krankheitssymptome und Schädlingsspuren vergeht allerdings schnell die Lust am Pflanzen und Ernten.
Wie mit Blattläusen, Schneckenplagen, Milben oder Mehltau umzugehen ist, gehört deshalb zum unerlässlichen Gartenwissen. Dabei kommt es auch auf die richtige Einstellung gegenüber allen Lebenwesen an, denn zu einem Ökosystem gehören sie alle: Nützlinge und sogenannte Schädlinge, denn wie nützlich oder schädlich etwas ist, liegt im Auge des Betrachters.

Kürbisblatt mit Blattläusen

Naturnahe Ökosysteme helfen bei der biologischen Schädlingsbekämpfung

In diesem Sinne sind auch die verteufelten Nacktschnecken äußerst nütze, denn sie sind am Abbau organischer Substanzen maßgeblich beteiligt und helfen so, das Erdreich zu verbessern und zu erneuern. Zudem sind Schnecken wichtige Nahrung zum Beispiel für Singvögel, die gern ihre Jungen mit Schnecken füttern. Auch die Larven des Leuchtkäfers und verschiedene Käferarten ernähren sich von Schnecken. In einem naturnahen Ökosystem, das natürlichen Feinden Raum bietet und Pflanzen gesundes Wachstum beschert, wird man automatisch weniger mit schädlichen Einflüssen zu kämpfen haben.

Blattlausinvasion nach mildem Winter?

Das Witterung und Jahreszeiten beim Aufkommen von Schädlingen und Krankheiten im Garten eine wichtige Rolle spielen, scheint logisch. Besonders nach milden Wintern, wie dem Vergangenen, der kaum mit Frost aufwartete, werden Invasionen von Insekten erwartet. Doch welchen Einfluss hat das Klima tatsächlich? In der Tat ist es umstritten, inwiefern starker Frost den Insekten schadet und milde Witterung zum Überleben von Schadinsekten beiträgt. Entscheidender sei dagegen, ob bei feucht-warmem Klima, Larven und Eier von Pilzen befallen werden.

Milde Winter schaden Mückenpopulation

Generell lässt sich sagen, dass für Mücken, die Frost gewöhnt sind, wider erwartend, ein feucht-milder Winter eher schädlich ist. Denn warme Temperaturen fördern Schimmel und Pilze, die die Larven und Puppen befallen. Wie hoch letztlich der Mückenbestand eines Jahres ausfällt, hängt auch vom Frühjahr ab. Ist der Frühling feucht-mild, kann sich die Mückenpoulation durchaus erholen. Dass in einem starken Blattlaus- und Mückenjahr auch eine starke Nützlingspopulation zu erwarten ist, sollte alle Gärtner beruhigen.

So zeigt also die Erfahrung, dass sogenannte Schädlinge einen feucht-warmen Winter in der Regel schlechter überstehen, als einen trocken-kalten. Denn dann bleiben auch die natürlichen Feinde fit. Womit allerdings nach milder Witterung im Winter verstärkt zu rechnen ist, sind Blattläuse. Das gilt für alle im Boden als Puppen überwinternden Insekten (Möhrenminierfliege, Bohnensaatenfliege …).

Blattläuse brauchen mildes Klima

Blattläuse überleben normale Winter mit starken Frösten in der Regel nicht. Sie überleben nur auf ihren ganz speziellen Winterwirten, wie z.B. Rosen, von wo sie ausfliegen und neue Populationen aufbauen müssen. Bleiben Fröste aus, verbleiben die kleinen Plagegeister auch auf anderen Pflanzen und haben im Frühjahr kurze Wege.

Schnecken, auch im Erwachsenenalter, überwintern im Boden und können auch tiefere Temperaturen überstehen. Milde Winter begünstigen das Überleben.

Für den Populationsaufbau von Wespen sind hohe Wintertemperaturen eher hinderlich. Man geht davon aus, dass Jungköniginnen entweder im Herbst zu spät ihr sicheres Winterquartier aufsuchen oder zu früh mit dem Nestbau beginnen. In beiden Szenarien werden sie von Frösten überrascht oder verhungern.

Es lässt sich also kein pauschaler Schluss vom Klima auf das Auftreten von Schadinsekten und Pflanzenkrankheiten treffen. Fakt ist, dass jede Art in einer Saison mehr oder weniger häufig in Erscheinung tritt und somit auch lästig werden kann. Dann sollte der Einsatz von Chemikalien oder todbringenden Fallen keine Alternative sein, um sich der unliebsamen Gäste zu entledigen. Grundsätzlich lohnt es sich zuallererst, ein naturnahes Ökosystem zu fördern, um den natürlichen Feinden einen Lebensraum zu bieten. Noch mehr Tipps zur biologischen Schädlingsbekämpfung haben wir hier zusammengestellt:

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