Von Adina, 7. November 2012

Der WaterWise® Trinkwasser-Destiller

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Deshalb wird die Qualität dieser Basis unserer Körperfunktionen auch immer wieder unter die Lupe genommen. Leider sind die Aussagen und Erkenntnisse zur Qualität von Trinkwasser und zur Aufnahme durch den Menschen sehr unterschiedlich. Schon allein bei der Frage nach der Menge, die der Mensch täglich trinken soll, konkurrieren Volksweisheiten mit Meinungen von Medizinern und Wissenschaftlern. Während es lange Zeit hieß, 2-3 Liter am Tag müssten es sein, ist im Moment die These populär, dass es genüge, einfach auf seinen Durst zu achten und die Menge Wassers, die der Mensch allein durch die Nahrung aufnehme decke schon den wesentlichen Grundbedarf. Allgemein lässt sich sagen: Es kommt auch beim Trinken auf das Maß an, denn auch ein Zuviel an Flüssigkeit ist ungesund für den Organismus.

Qualität von Leitungswasser ist nicht sicher

Ähnlich ambivalent sind die Meinungen zur Qualität von Leitungwasser in Deutschland. Obwohl Fachleute immer wieder bekräftigen, dass Leitungswasser das am Besten kontrollierte Lebensmittel in der Bundesrepublik sei und demnach im Grunde unbedenklich getrunken werden kann, gibt es zum Teil erschreckende Befunde über den Nachweis von Schadstoffen, wie Pestizide, Medikamenten-Rückstände oder Hormone im Trinkwasser. Gesetzlich festgelegte Grenzwerte sollen hier festlegen, bis zu welchem Grad, dies als unbedenklich einzustufen ist. Auch wenn die Befunde unterhalb dieser Grenzwerte liegen: Selbst das kontrollierteste Wasser wird unbrauchbar, wenn es durch veraltete Leitungen fließt. Bakterien, Blei, oder Rost, die über Leitungssysteme abgegeben werden, können die Qualität des Trinkwassers deutlich herabsetzen.

Wer deswegen darauf verzichten möchte, Leitungswasser zu trinken, muss auf abgefülltes Mineral- oder Tafelwasser ausweichen. Anfallender Müll und Transportkosten sind hier wiederum bedenkliche Faktoren.

Aufbereitung von Leitungswasser als Alternative

Ist die Aufbereitung von Leitungswasser die Alternative? Um Wasser auch im Haushalt so zu reinigen, dass es den Anforderungen der Trinkwassernutzung genügt, gibt es verschiedene Methoden der Filterung. Neben technischen Anlagen, die im Keller oder unterhalb der Armatur installiert werden müssen, bietet der Handel auch verschiedene Tischfilter an, um Leitungswasser zu reinigen, zu sterilisieren, zu entsalzen oder zu entkalken.

Tischwasserfilter filtern nicht zu 100 Prozent. Meist entkalken sie nur das Wasser, um die Qualität und das Aroma des mit diesem Wasser gekochten Kaffees oder Tees zu verbessern.

Andere Geräte nutzen das Verfahren der Umkehrosmose, indem sie das Wasser durch eine halbdurchlässige Membran schicken. Dadurch, dass die Wassermoleküle die feinen Poren passieren müssen, werden sie von anhaftenden Schadstoffen getrennt. Ein ähnliches Resultat wie bei der Umkehrosmose, nämlich zu nahezu 100 Prozent reines Wasser, erzielt die Destillation. Feste Stoffe werden durch das Verdampfen und anschließende Kondensieren von Wasser getrennt. Salze, Mikroorganismen oder andere organische Stoffe bleiben zurück. Leicht flüchtige Stoffe können allerdings nach der Destillation noch enthalten sein.

Auf Empfehlung des Roh- und Naturkostspezialisten Keimling hat sich Livona eines dieser Geräte, die mit Heizelementen das Trinkwasser erhitzen, den Dampf kondensieren und beim Abkühlen das Destillat aufgefangen, genauer angesehen. Der WaterWise 4000 Countertop Destiller ist ein Produkt des aus Amerika stammenden Herstellers Waterwise – einem Spezialisten für Luft- und Wasserreinigungssyteme.

Der WaterWise 4000 Countertop Destiller im Test

Was schon beim Entpacken auffällt: das Gerät hat einiges an Gewicht und ist von kompakter Größe. Der 3,5 Kilo schwere und 38 Zentimeter hohe Destiller ist für Haushalte mit viel Stauraum wie geschaffen. Denn auch der dazugehörige Glaskrug, mit 4 Liter Fassungsvermögen, passt auch nur vor der etwas fummeligen Installation des Griffes zum Verstauen in den Destiller. Ist der Griff einmal montiert, braucht auch der Glaskrug seinen eigenen Stauraum. Leider passen bei der Montage die Verschlusskappen für die Auslauföffnung und der Kunststoffdeckel nicht passt genau. Erstatzteile sollten hier unbedingt Abhilfe schaffen.

Destillier-GerätAnsonsten lässt sich der Destiller schnell aufstellen und in Betrieb nehmen. Die Bedienungsanleitung empfiehlt vor der ersten Benutzung einen Reinigungsdurchlauf mit wenig Wasser, den wir natürlich durchführen. Da das Geräte nach 20 Minuten wenig Reaktion zeigt und Wasser vorn aus dem Auslauf tropft, brechen wir irritiert ab. Die 800 Watt Leistung des Geräts lassen uns besorgt an den Stromverbrauch denken. Doch natürlich kommen wir um den vollständigen Test nicht herum. Nach nochmaligem Studium der Bedienungsanleitung wagen wir uns am nächsten Tag an die Destillation der ganzen 4 Liter, die das Gerät im Maximum in einem Durchlauf schafft. Den Kohlefilter montieren wir neu, denn dieser war verantwortlich für die Überschwemmung beim Reinigungsdurchlauf. Eine Angabe, wie lange das Gerät für die Destillation von 4 Litern Wasser benötigen wird, findet sich leider in der Bedienungsanleitung nicht.

Wasser destillieren: Funktionsweise

In der Zwischenzeit können wir uns ausgiebig mit der Funktionsweise des Gerätes beschäftigen. Der Vorgang leuchtet ein: das Wasser wird im Edelstahlkochbehälter auf 100 Grad erhitzt – Keime werden dadurch abgetötet, flüchtige Gase entweichen durch ein Ventil im Kondensator. Stoffe, die eine höhere Verdunstungstemperatur als Wasser haben, bleiben im Kochbehälter zurück. Das Wasser verdunstet, steigt als Wasserdampf auf, erreicht die Kühlschlangen im oberen Teil des Gerätes und kondensiert als reines Wasser. Über einen Aktivkohlefilter tritt das Wasser in einem letzten Reinigungsschritt in den Auffangbehälter aus. Das geschieht tropfenweise und so stellen wir erschrocken fest, dass wir erst nach reichlich 3 Stunden 3,7 Liter reines Wasser im Glasbehälter haben. Das Wasser ist klar, geruchsneutral und sehr weich im Geschmack. Rückstände fanden sich im Kochbehälter kaum.

Nach 3 Stunden Betriebsdauer stellen wir allerdings fest, dass der Waterwise Destiller nicht nur das Wasser, sondern auch seine Umgebung kräftig erwärmt hat und die Luft im Raum leicht chemisch, gummiartig riecht.

Destilliertes Wasser als Trinkwasser umstritten

Was uns als Tester neben dem extrem hohen Stromverbrauch (3 Stunden Betriebsdauer für 4 Liter Wasser bei 800 Watt) nachdenklich stimmt, ist auch der Gebrauch destillierten Wassers als Trinkwasser. Denn der Volksglaube, destilliertes Wasser sei schädlich für die Gesundheit, ist weit verbreitet. Hier müssen wir nachfragen. Die Hersteller werben mit dem Argument „dass reines Wasser verantwortlich ist für den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff in die Zellen, für die Abfederung von Gelenken, für die Umwandlung der Nahrung in Energie und für den Abbau von Gift- und Abfallstoffen. Allgemein fördert es eine gute Gesundheit! Die falsche Wasserqualität kann Ihre Gesundheit und Vitalität hemmen und sogar verhindern,“ heißt es in der Werbebroschüre des Gerätes. Die Hersteller berufen sich auf die amerikanische Gesundheitsministerien und Gesundheitsämter, die bestätigen, dass das Trinken von destilliertem Wasser sicher und ungefährlich sei und keine gesundheitlichen Gefahren verursache.

Harte Verfechter von destilliertem Wasser als Trinkwasser gehen sogar noch einen Schritt weiter und argumentieren, dass der menschliche Körper in Wasser gelöste Mineralien ohnehin nicht verwerten könne. Reines Wasser sei besonders aufnahmefähig für Schlacken im Körper und Ablagerungen könnten so abtransportiert und ausgeschieden werden.

Unterschiedliche Thesen zum Gebrauch von destilliertem Wasser

Bei unseren Recherchen stießen wir vermehrt auf Aussagen von Medizinern, die die These, dass sich im Wasser vorhandene, anorganischen Mineralien in Blutgefäßen und Geweben ablagerten und zu Verkalkung führten, bestreiten. Die Gegenthese lautet: Der Mensch nimmt über das Wasser einen wesentlichen Anteil an Mineralien und Salzen auf. Wer zu viel Wasser mit wenigen Mineralien trinkt, kann den Salzhaushalt seines Körpers aus dem Gleichgewicht bringen. Grundsätzlich gilt hier die Annahme, dass das mineralarme, sprich destillierte Wasser, lebenswichtige Salze aufnimmt und aus dem Körper spült.

Wie hoch der notwendige Mineralstoffgehalt von Trinkwasser tatsächlich sein soll, lässt sich im Moment nicht entschieden klären. Wer sich gesund und vollwertig ernährt, ist sicher weniger auf mineralisches Wasser angewiesen, als Menschen mit mangelhafter Ernährung. Einseitige Ernährung in Kombination mit der Verwendung von destilliertem Wasser als Trinkwasser kann zu einem Mangel an Elektrolyten führen. Und in Verbindung mit Fastenkuren sei destilliertes Wasser tatsächlich gefährlich. Die These, destilliertes Wasser sei gesundheitsschädlich, lässt sich weder kategorisch bestätigen, noch abweisen.

Wofür destilliertes Wasser bestens geeignet ist, sind alle Arten von Geräten, die mit Wasser betrieben werden und in denen sich definitiv Mineralien ablagern, wie zum Beispiel Bügeleisen. Der hohe Energieverbrauch des WaterWise 4000 Countertop Destillers rechtfertig die Inbetriebnahme allein für diesen Anlass nicht. Da darf man auf das sehr billige destillierte Wasser aus dem Supermarkt zurückgreifen.

Auch als Gießwasser für Pflanzen ist destilliertes Wasser umstritten. Auch wenn der Hersteller mit der Anwendung wirbt, sollte man doch genau prüfen, woher Pflanzen ihren Mineralstoffbedarf beziehen.

Gegen den WaterWise Destiller spricht nicht nur der hohe Stromverbrauch, sondern auch der Anschaffungspreis von 299 Euro. Mit einer Amortisierung dürfe erst nach sehr langer Zeit zu rechnen sein.

13 Antworten auf Der WaterWise® Trinkwasser-Destiller

  1. Richter sagt:

    Die Menschheit nutzt seit anbeginn hauptsächlich destilliertes Wasser, genannt Regenwasser. Auch heute noch ist die Mehrheit der Menschheit auf Oberflächenwasser als Trinkwasserquelle angewiesen. Die Natur wäre wenig intelligent, wenn wir auf Mineralwasser zur Versorgung mit Mineralien angewiesen wären, bzw. es Mineralien ausschwemmen würde Und man muss nur mal die Tiere beobachten, die trinken lieber Regenwasser wie Wasser aus dem Hahn oder sogar Mineralwasser. Diese Dinge zeigen mir eindeutig auch ohne große Wissenschaft, welches Wasser gesundheitlich besser ist.

    • Birgit sagt:

      Jetzt habe ich ein Verständnisproblem. Wieso ist Regenwasser destilliert?

      • Berna sagt:

        Die Argumente von Richter sind einleuchtend. Ich habe auch einen Artikel darüber gelesen, der besagt, dass das Trinken von destilliertem Wasser genauso schädlich ist, wie das Trinken von allen anderen Dingen, die man zuviel konsumiert. Also kann das Wasser aus dem Wasserdestilliergerät nicht schädlich sein. Man sollte nur nicht mehr als 17 Liter am Tag trinken 😉

  2. Walter sagt:

    Habe mich dazu durchgedrungen ein Gerät zu kaufen, weil die Vorteile meiner Meinung nach überwiegen und Mineralien kann man selbst noch beimengen.

  3. HR sagt:

    Wir benutzen das Gerät seit mehreren Jahren im Büro zu Entkalkung des überharten oberbayerischen Leitungswassers, das wir ansonsten bis auf den zu hohen Mineralstoffgehalt für trinkrein genug halten.
    Mit einem batteriebetriebenen Testgerät kann man den Feststoffgehalt in Wasser testen. Das undestillierte Leitungswasser kommt bein uns auf etwa 400ppm, das destillierte auf etwa 20-30ppm. Nach der Destillation mixen wir das destillierte im Verhältnis 1:1 mit undestillierten Leitungswasser zum Trinken, Tee bereiten und zur Verwendung in der Kaffeemaschine, die dadurch kaum verkalkt. Somit haben wir dann ein ca 215-ppm-Wasser
    Destilliertes Wasser schmeckt nicht und zuviel Destilliertes-Wasser-Trinken verdünnt das Blut zu stark, entzieht dem Körper Salze und ist dadurch eher zweifelhaft einzuschätzen.

  4. Thorsten Reiche sagt:

    Bei mir läuft das Gerät nun 5 Jahre nahezu täglich 1x… das Gerät ist also qualitativ sehr hochwertig und schädlich kann das destillierte Wasseer daher wohl kaum sein. Auch unser Hund mag das gefilterte Wasser lieber als Leitungswasser!

  5. Bettina sagt:

    Bei uns hinterlässt das Gerät einen
    seltsamen Geruch.
    Der Topf ist nach dem gebrauch
    vollkommen verkalkt und das
    Wasser schmeckt nicht besonders gut.
    Es hat einen seltsamen Geschmack
    und wirkt hart. Der Stromverbrauch ist
    auch enorm. Ich bin nicht begeistert.

  6. Christiane sagt:

    Auch mit zeitschaltuhr, die bei mir nach 3:15 abschaltet bleiben kalkreste zurück, die man immer wieder entkalken muss. Einfacher geht es jedem kochgang eine EL Zitronensäure zuzufügen, der Kalk bleibt gelöst, der Topf sauber, das Wasser ist genauso gut wie ohne. Ich habe das mit einem Parts per Million Gerät überprüft. Bitte keine Essigsäure verwenden, die hat einen niedrigen Siedepunkt und macht das destillierte Wasser sauer. Die Zitronensäuremenge muss der wasserhärte angepasst werden.
    Leider ist mir mein glaskrug kaput gegangen, ich hatte Halbedelsteine drinnen und war etwas zu hastig in meinen Bewegungen. Wo könnte ich preisgünstig Ersatz bekommen?
    Viel Erleichterung mit waterwise wünscht Christiane

    • Birgit sagt:

      Hallo Christiane, danke für deine Infos. Preisgünstige Ersatzteile zu bekommen, scheint gar nicht so einfach zu sein. Bitte versuche es mal beim Keimling Kundendienst unter: 04161 51 16 102, Mo – Fr: 8:00 – 18:00 Uhr, oder per E-Mail unter: naturkost@keimling.de
      Ich wünsche viel Erfolg!

    • Richter sagt:

      Es ist ja gerade Hauptsinn und Zweck, neben den heute im Wasser befindlichen Umweltgiften, den Kalk zurück zu halten. Wenn mit Zitronensäure gearbeitet wird und der Kalk im dest. Wasser bleibt, was ich bezweifle, kann man sich die teure Destillation auch sparen.

  7. Maria Schaffrinski sagt:

    Hallo,
    wollte zu dem o. a. Artikel noch folgendes bemerken: lt. einer Vorführung des WW-Destillers bei YouTube kann man das Destilliergerät nach 3 bis 4 Gläsern abschalten. Das Gerät destilliert das restliche Wasser dann mit seiner Restwärme.
    Maria

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