Von Birgit, 22. Mai 2020

Seifen – flüssig oder fest – Mein Praxistest

Seit längerem beschäftigt mich das Thema Seifen. Auch in unserer Familie war es selbstverständlich, dass Handseifen, Haarshampoos und Duschgels in flüssiger Form gekauft wurden. Und irgendwann fragte ich mich, warum eigentlich? Welche Vorteile haben diese Pflegeprodukte in flüssiger Form gegenüber einem Stück Seife? Also stand ein Selbst-Test auf dem Plan, gesagt – getan.

Duschgel und Flüssigseife von alverde abgefüllt in Kunststoff
Duschgel und Flüssigseife, das war der Standard

Seifenstücke – Was muss ich beachten

Das erste Seifenstück zog zusätzlich zu den flüssigen Seifen bei uns zuhause ein. Zu dieser Zeit hatte ich bereits hin und wieder Seifenstücke ausprobiert, was leider immer eine schmierige Angelegenheit war. Deshalb waren Seifenstücke bis dahin nach kurzer Zeit immer wieder aus dem Bad verschwunden. Die unterschiedlichsten Seifenablagen hatte ich ausprobiert, leider mit wenig Erfolg. Angefangen vom gerillten Thermoholz, über Keramik-Seifenablagen mit Löchern bis zum Luffa Schwamm. Aber entweder klebte die Seife an der Seifenunterlage oder sie trocknete schlecht ab und war schmierig.

drei Seifenablagen, links aus Holf mit Rillen, mittig ein Luffa Schwamm mit Seifenrest, rechts flexibel aus Thermoholz
Seifenablagen – gerillt aus Holz, ein Luffa Schwamm, aus Thermoholz

Ich musste also eine andere Möglichkeit finden, Seifenstücke im Bad sesshaft werden zu lassen. In meiner Kindheit gab es nur Seifenstücke, wie waren die in unserem Bad aufbewahrt? Mir fiel wieder ein, dass es einen einfachen, magnetischen Seifenhalter gab, der über dem Waschbecken angebracht war. Vielleicht könnte das die Lösung sein, um Seifenstücke dauerhaft im Bad nutzen zu können. Ich machte mich also auf die Suche nach magnetischen Seifen Haltern, was schwieriger war als gedacht.



In die gute Nachricht, es gibt sie noch – magnetische Seifen-Halter – die schlechte, sie sehen sehr einfach aus oder sind relativ kostspielig. Außerdem findet Ihr in den gängigen Läden, in denen es Seifenablagen gibt, in der Regel keine magnetischen Seifenhalter. Ich wurde nur im Baumarkt fündig, aber auch dort musste das Modell, welches mir gefiel, erst bestellt werden. Ein schlichter magnetischer Seifen Halter in Edelstahl, wie auf den Fotos kostet ca. 30,00 €. Bei uns hat sich diese Investition gelohnt, denn in der Zwischenzeit nutzen wir zum Händewaschen nur noch Seifenstücke. Ich bin ein bisschen stolz auf uns!


Waschbecken mit magnetischem Seifenhalter und Handbürste
Zum Händewaschen gibt es ein Stück Seife – Naturkosmetik zertifiziert

Flüssig Seife und feste Seife – eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile

Aber warum ist das Seifenstück wieder erfolgreich bei uns ins Bad eingezogen? Ich glaube dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

  1. Der praktische Grund – Das Seifenstück liegt bzw. bei Flüssigseife steht nicht auf dem Waschbecken im Weg. Am Seifenhalter ist die Seife sicher aufbewahrt und kann nach Gebrauch schnell trocknen. Schmierige Seifenstücke gehören bei uns der Vergangenheit an. Außerdem hält ein Seifenstück wesentlich länger als eine Flüssigseife.
  2. Der ökologische Grund – Es gibt bei uns keine Seifen-Spender mehr aus Plastik, die ständig erneuert werden müssen.

Alle Vor- und Nachteile – aus meiner Sicht- habe ich mal in einer Tabelle gegenübergestellt.

flüssige SeifenSeifenstücke
Vorteile– Spender zum Dosieren
– Gebrauchsfertige Lösung
– Schmiert nicht
– Keine Rückstände im Waschbecken
– „Konzentrat“ ohne Wasser
– Geringes Volumen und Gewicht
– Kann nicht auslaufen
– Sehr ergiebig
– Wenig Verpackung
– Duftspender
– Für Handgepäck im Flieger geeignet
Nachteile– Verbraucht sich schneller, weil bereits verdünnt
– Plastikspender nicht nachfüllbar, dadurch
relativ viel Plastik-Müll
– Für Hände, Haare, Körper
ein eigenes Produkt im Kunststoff-Spender
– Erhöhtes Transportaufkommen,
da Wasser + Plastikspender mit transportiert werden
– Benötigt Seifenablage,
um nicht durchzuweichen
– Kann (besonders beim Duschen) leicht aus
der Hand rutschen
– Fettablagerungen im Waschbecken
Gewicht
Seife
Handseife 300 ml 100 g
Gewicht
Verpackung
44 g, Kunststoff Dosierspender 7 g, Pappschachtel
4 g, Kunststoff
Verbrauch
täglich, 3
Personen
Ca. 1,5 Spender je Woche Ca. 1 Stück in 3 Wochen

Wenn Euch noch weitere Vor- oder Nachteile einfallen, dann schreibt sie doch bitte unten in die Kommentare, danke!

Die deutlichen Unterschiede beim Gewicht und beim Verbrauch der Seifen haben mich selbst überrascht. Zum einen hätte ich gedacht, dass der Plastik Seifen- Spender deutlich leichter ist. Zum anderen habe ich mich gewundert, wie lange so ein Seifenstück hält. Außerdem haben wir uns daran gewöhnt, für jedes Körperteil ein spezielles Produkt zu verwenden. Handseife, Duschgel, Haarshampoo, ob das wirklich sein muss, bezweifle ich persönlich stark.

Was hilft gegen Seifenflecken im Waschbecken

Ökologisch gesehen, hat die Seife im Stück deutliche Vorteile gegenüber einer Flüssigseife. Dieser Meinung ist man übrigens auch bei Stiftung Warentest, Juni-Heft 2020, die bei der Ökobilanz sinngemäß feststellt, das flüssige Shampoos die Umwelt mehr belasten als ihre festen Alternativen.



Allerdings haben Seifen auf Pflanzenölbasis für mich einen großen Nachteil. Reste der Öle und Fette setzen sich in Waschbecken, Duschwanne und Co. ab. Das Waschbecken bekommt matte Flecken, die nach jeder Seifennutzung mehr werden, sodass mit der Zeit das Waschbecken einen matten Belag bekommt.

Ergänzung 19.Juni 2020:

Vergesst, was ich weiter unten zum Reinigen von Waschbecken und Duschwanne geschrieben hatte.
Gestern habe ich, auf Grund eines Tipps aus dem „Waschbär-Katalog“, Seifenablagerungen mit Essig entfernt. Dazu gab ich etwas Haushaltessig auf ein Tuch und wischte das Waschbecken damit aus. Ohne großen Druck lösten sich die Seifenablagerungen und das Waschecken glänzte. Wer den Essiggeruch nicht mag, kann auch Zitronensäure verwenden. Seifenablagerungen mit Essig oder Zitronensäure zu entfernen, geht schnell und das Ergebnis ist – strahlender Glanz. 😉 Hätte ich nicht gedacht, probiert es aus!

Alt: (Diesen könnt Ihr auf zwei Arten entfernen. Entweder mit einer Rasierklinge abschaben oder, so mache ich es, etwas Natron im Waschbecken verteilen, mit einem feuchten Tuch und leichtem Druck das Waschbecken auswischen und anschließend kurz mit Wasser ausspülen. Dann glänzt es wieder!)

Seifenstücke und feste Shampoos – Was ist der Unterschied

Neben dem guten alten Seifenstück höre ich jetzt immer wieder den Begriff „festes Shampoo„. Was daran NEU ist und welche Unterschiede es gibt, habe ich versucht herauszufinden. Dabei bin ich auf einen Bericht in der Stiftung Warentest Nummer 06/2020 aufmerksam geworden.



Dort wird der Unterschied zwischen Seifen und festen Shampoos wie folgt beschrieben: „Die einen sind mit Lauge“ verseifte“ Öle oder Fette, die anderen wie flüssige Shampoos, nur dass ihnen das Wasser entzogen wurde.“ Flüssige Shampoos wiederum bestehen aus „Reinigungssubstanzen wie Tensiden, Schaumstabilisatoren, Pflege-, Duft- und Farbstoffen in unterschiedlichen Konzentrationen, vor allem aber aus 70 – 90 % Wasser“ heißt es bei Stiftung Warentest. Dass der Wasseranteil deutlich über 50% liegt, hat mich ebenfalls überrascht.

Bei der Verwendung von Haarseifen wird außerdem empfohlen, die Haare nach der Wäsche mit Essigwasser zu spülen, um das – durch die Lauge aufgequollene – Haar besser kämmen zu können. Das habe ich auch noch nicht probiert und werde es das nächste Mal testen. Wenn es mit Essig funktioniert müsste es auch mit Zitrone gehen, dann duftet das Haar sicher angenehmer. 😉


geöffnete Schachtel mit runder Naturseife mit Fährtenabdruck
Naturseife mit Fährtenabdruck

Ergänzung 06_2020:
In der Zwischenzeit habe ich die Haarspülung mit Zitrone (etwas Bio-Zitronensaft mit Wasser verdünnt) ausprobiert. Ja, ich würde sagen, meine Haare fühlten sich weicher an und ließen sich leichter kämmen. Außerdem war der Zitrusduft angenehm. Wenn ein paar Tropfen auf die Lippen gelangen, schmeckt es nach Zitrone und nicht nach Essig.

Seife ersetzt Duschbad und Haarshampoo

Nachdem mir die Einführung von Seifenstücken zum Händewaschen so gut gelungen war, habe ich doch gleich beim Duschbad weitergemacht. Vielleicht darf ich das gar nicht aufschreiben, aber spezielles Haarshampoo gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Wir sind der Meinung, mit einem Duschbad kann man sich auch wunderbar die Haare waschen.

Weil ich leicht fettendes Haar habe, hatte ich in der Vergangenheit unzählige Haar-Shampoos ausprobiert, die gegen fettiges Haar helfen sollten, leider ohne Erfolg. Außerdem sparen wir auf diese Weise viel Zeit, weil wir in Drogeriemarkt nicht unter der riesigen Auswahl an Haarshampoos, das vermeintlich optimale auswählen müssen. Weniger ist eben mehr, in diesem Fall, mehr Zeit. 🙂


drei Seifen liegen auf Holz, links Olivenöl Seifenreste auf Seifensäckchen, mittig handgemachte Seife Lemonide, rechts französische Haarseife
links Reste einer Olivenöl Haarseife, mittig eine handgemachte Seife, rechts eine Haarseife

Und seit einiger Zeit benutze ich auch in der Dusche Seife. Das ist schon eine Umstellung, die bereits damit anfängt, dass das Seifenstück einen Platz braucht und wo es möglichst schnell trocknen kann. Ich habe mich für ein Seifen-Säckchen entschieden, das nach dem Gebrauch, am oberen Ende der Dusche – weiter entfernt vom Duschkopf – an einem Haken hängend, trocknen kann. Das hat gleich drei Vorteile:
1. In einem Seifensäckchen liegt die Seife sicher in der Hand und kann nicht so wegrutschen.
2. Kann ich sie direkt nach dem Gebrauch an den Haken zum Trocknen hängen.
3. Kann ich auch kleinste Seifenreste aufbrauchen, weil sie im Seifensäckchen sicher aufbewahrt sind.

Natürlich gibt es auch spezielle Haarseifen, welchen Unterschied diese gegenüber einer Handseife haben, konnte ich noch nicht herausfinden.
Habt Ihr da Erfahrungen, dann schreibt sie bitte in die Kommentare.

Außerdem steht kein Duschbad oder Haarshampoo in der Dusche im Weg herum. Für mich überwiegen in der Zwischenzeit die Vorteile von klassischer Seife auch beim Duschen und Haare waschen. Nun muss ich nur noch den Rest der Familie überzeugen. Das bekomme ich hin!

Nicht zu vergessen, so ein Seifenstück versprüht seinen Duft im ganzen Bad, wie wunderbar.

Seifen – Die Unterschiede

Wenn ich von Seifen schreibe, meine ich Seifen aus natürlichen Rohstoffen. Am besten handgemachte Seifen, weil sie auch noch dekorativ aussehen. Naturseifen bei denen Pflanzenöle die Hauptzutat sind. Dazu kommt eine Lauge mit Wasser und z.B. Wein, Buttermilch, Ziegen-, Schaf- oder Eselsmilch, Honig. Ergänzt durch Kräuter oder Blüten, beduftet mit ätherischen Ölen oder auch Parfum.
An den Seifenzutaten könnt ihr schon erahnen, dass diese sich in einem „Kaltverfahren „ am Wohlsten fühlen. Wenn alle Rohstoffe so kalt wie möglich verarbeitet werden, bleiben viele wertvolle Inhaltsstoffe erhalten. Bei diesem Verfahren muss die Seife ca. 5-8 Wochen lagern, bevor sie verwendet werden kann.

Schneller geht es beim Heißverfahren, dem Seifen sieden. Dabei wird Seifenmasse bei ca. 100 – 110 °C „gekocht“. Die Seifenmasse ist anschließend von der Textur wie Vaseline .
Dieses Verfahren eignet sich zur Herstellung von Seifen mit nicht-alkalibeständigen Duftstoffen. Und ist sofort verwendbar.
Es gibt noch viele Weitere Möglichkeiten Seifen-Stücke herzustellen. Eine sympathische Übersicht über Seifenarten und ihre Herstellung findet ihr auf Drachenzuber.

Eine ausführliche Beschreibung unterschiedlicher Seifensorten, von der Gallseife, Kernseife und Rasierseife bis zur Flüssigseife findet Ihr auf Wikipedia.



Wie überall, kommt es auf die verwendeten Zutaten an, die sollten natürlichen Ursprungs, möglichst Bio zertifiziert sein oder/und aus fairem Handel kommen. Außerdem kann die Verwendung von ätherischen Ölen bei dem Ein oder Anderen zu Unverträglichkeiten führen. Einige Naturseifen enthalten CI77891 – Titandioxid (in geringen Mengen), was nach wie vor umstritten ist.
Also bitte Augen auf beim Seifen Kauf. 🙂

  • Verwendet Ihr nach wie vor flüssige Seifen und Shampoos?
  • Welche Erfahrungen habt ihr mit Seifen gemacht?

Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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