Von admin, 8. Oktober 2013

Wie massentauglich ist die Shareconomy?

Teilen statt kaufen. Weniger Müll produzieren, Altes neu verwerten, knappe Ressourcen aufteilen. Denn was lässt ich nicht alles teilen: Autos, Nahrungsmittel, Spielzeug, Bücher, Fahrräder, Büros und neuerdings sogar Parkplätze. Einen gut recherchierten und unglaublich inspirierenden Beitrag zur Sharing Community haben die Reporter vom Rundfunk-Berlin-Brandenburg Anfang Oktober geliefert. Nicht ganz zufällig, denn die deutsche Hauptstadt ist ein Musterbeispiel in Sachen „teilen“.

Teilen statt kaufen: Die Sharing Community wächst

Hinter dem Gedanken „teilen, statt kaufen“ steckt neben Nachhaltigkeit und bewusstem Konsum auch der Gedanken, dass Besitz belastet. Sicher der wichtigste Grund für das etablierteste Teilmodell: das Carsharing. Hohe Anschaffungskosten, Nerven strapazierende Parkplatzsuche und die Tatsache, dass die Autos in Städten teilweise mehr am Straßenrand stehen, als gefahren werden, veranlasst viele, sich vom eigenen Auto zu verabschieden.

Coworking Spaces – Geteilter Arbeitsraum

Die Idee der Coworking Spaces funktioniert ganz ähnlich. Diese Arbeitsplätze auf Zeit können flexibel genutzt werden, ohne feste Verträge, hohe Miet- und Nebenkosten. Das Berliner Projekt „Nadelwald“ biete jungen Designern nicht nur Raum, um an ihren Ideen und Modellen zu arbeiten, sondern auch die nötige Ausrüstung, wie Nähmaschinen und komplett ausgestattete Schnittplätze. Wer Bedarf hat, mietet sich ein, solange er will.

Spielzeug im Abo

Ein inzwischen sehr erflogreicher Startup ist die „Spielzeugkiste„, die Spielsachen im Abo verleiht. Gegen eine monatliche Gebühr suchen Eltern mit ihren Kindern über das Internet das Wunschspielzeug aus und dürfen sich dann jeden Monat über ein Paket mit spannenden Dingen freuen. Lässt das Interesse nach, wird das Spielzeug zurückgeschickt.

Noch in den Startlöchern steht der mobile Lastenfahrradverleih zweier Berliner Studenten. Lastenfahrräder werden immer beliebter und können das Auto bei Baumarktfahrten oder beim Einkaufen locker ersetzen. Der Verleih erfolgt stundenweise. Da sich das Projekt leider nicht selbst trägt, suchen die Gründer nach Sponsoren, um in der nächsten Fahrradsaision richtig durchzustarten.

Parkplätze teilen

Wem beim Stichwort „Parkplatzsuche“ ein kalter Schauer über den Rücken läuft und in Berlin lebt kann www.parkinglist.de ausprobieren. Über diese Plattform werden freie Parkplätze und Stellflächen von Privatkunden oder Firmen auf Zeit angeboten. Parkplatzsuchende können über ihr Smartphone spontan nach freien Stellen suchen. Der Verleiher entscheidet selbst über die Gebühr.

Startseite http://www.parkinglist.de/

Die Mutter aller Tauschprojekte, das „Foodsharing“ trägt inzwischen bundesweit erfolgreich Früchte. Über die Plattform http://foodsharing.de/ kann man als Privatperson, Händler, Gastronom oder Produzent überschüssige oder abgelaufene Lebensmittel zur Abholung anbieten.

Wer einen teuren Entsafter im Keller stehen hat, von dem er sich nicht trennen, diesen aber mit anderen teilen möchte, kann das Gerät über www.fairleihen.de zum Tausch anbieten.

Liste mit Tauschartikeln

Mehr persönlichen Kontakt im „Kiez“ stellen Tauschläden, wie das Berliner „Leila„, her. Der kleine Laden ist bis unter die Decke mit Geräten, Werkzeugen, Spielzeug, Büchern und sonstigem Nützlichen gefüllt. Wer etwas braucht, wie zum Beispiel eine Zuckerwatte-Maschine für ein Kinderfest, kommt und leiht es sich.

Gute Ideen setzen sich durch

Natürlich sind es vor allem die jüngeren Städter, die tauschen, statt kaufen und Tauschprojekte initiieren und unterstützen. Die Masse der Bevölkerung wird damit noch nicht erreicht. Doch geht man davon aus, dass gute Ideen sich immer durchsetzen, dann darf man guter Dinge sein und darauf hoffen, dass das Tauschen sich fester in der Gesellschaft etabliert. Denn was nicht gekauft wird, muss nicht produziert werden, verursacht keinen Müll und keine Treibhausgase. Was wiederverwertet wird, landet nicht auf der Deponie und geteilte Fahrzeuge entlasten die Städte und die Umwelt. Nicht zuletzt lernen wir, die Dinge wieder mehr wert zuschätzen. Ein schöner Gedanke!

Wer den ganzen Beitrag sehen möchte, kann das hier tun.

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