Von Adina, 8. April 2014

Wühlmäuse tierfreundlich „bekämpfen“

Man kennt das Bild: Welke Pflanzen mit Fraßspuren an Zwiebeln, Knollen oder Wurzeln, die Wühlmäusen zum Opfer gefallen sind. Auch der verständnisvollste und friedlichste Gärtner stößt beim Thema Wühlmaus an die Grenzen seiner Geduld. Denn die lästigen Nager vertilgen mit Vorliebe die Wurzeln von Obstbäumen oder Stauden und lassen die Pflanzen dadurch unweigerlich eingehen. Besonders gefährdet sind im Herbst gepflanzte Obstbäume, die im Winter beknabbert werden.

Wühlmaus im Garten

Wühlmäuse erkennen

Wühl- bzw. Schwermäuse hinterlassen flache lange Hügel, die sich von den kegelförmigen Erdhaufen des Maulwurfes, der bei uns geschützt ist, unterscheiden. Außerdem enthalten die Erdhügel oft Pflanzenteile und sind weniger hoch, als die des Maulwurfes.
Im Gegensatz zum Maulwurf, darf man in unserer Breiten die Wühlmausplage direkt bekämpfen. Dazu sollte man aber erst einmal festzustellen, wo genau die Wühler aktiv sind. Dazu werden die Gänge auf einer Länge von 30 Zentimetern frei gelegt. Haben die Mäuse diese nach ein paar Stunden wieder verschlossen, sollten sie sich Gedanken machen, wie sie die Plagegeister umweltfreundlich los werden.

Um Wühlmäuse effektiv zu bekämpfen, sind grundsätzlich mechanische Maßnahmen gegenüber chemischen zu bevorzugen. Zum Glück sind heute viele giftige Präparate zur Wühlmausbekämpfung verboten. Doch leider enden trotzdem die meisten alternativen Maßnahmen zur Bekämpfung von Wühlmäusen, auch im Biolandbau, tödlich.

Naturnahe Gärten bieten Ablenkung

Wer von Wühlmäusen genervt ist, ihnen aber dennoch nicht ans Leben will, kann ihnen „Ablenkungsfütterungen“ mit reichlich wucherndem Topinambur anbieten. Auch große naturnahe Wiesen mit reichlich Blütenpflanzen lenken die Nager von anderen Futterquellen ab. Zudem mögen sie ungemein Queckewurzeln, was dem Gärtner sehr nutzen dürfte.
Als alte Hausmittel werden stark riechende Pflanzen wie Knoblauch oder Kaiserkronen von Hobbygärtnern noch heute empfohlen, andere sehen sie nur bedingt als hilfreich gegen Wühlmäuse an. Der Eigenversuch lohnt aber allemal. Lange Zeit wurde zum Vertreiben von Wühlmäusen die horstweise Aussaat von Wolfsmilch im ganzen Garten oder die Pflanzung von Hundszunge empfohlen.

Natürliche Wühlmausfeinde in den Garten locken

Ein wunderbares Mittel gegen Mäuse sind Katzen. In der ländlichen Region können Sie auch durch das Aufstellen von Sitzgelegenheiten für Greifvögel und Eulen der Nagerplage Einhalt gebieten. Verwilderte Ecken, Steinmauern und Totholzhaufen locken nützliche Jäger, wie das Mauswiesel an.
Zu den natürlichen Feinden der Wühlmäuse gehören neben der Kreuzotter auch der Iltis und der Marder, die aber in Gärten selten geworden sind, bzw. im Fall des Marders, zu den weniger willkommenen Gästen im Grundstück gehören.

Pflanzen direkt schützen

Am besten schützen Sie Ihre Pflanzen mit engmaschigen Drahtkörben, die in die Erde eingelassen werden. Hochbeete werden von unten mit kräftigem Hühnerdraht „gesperrt“. Blumenzwiebel lassen sich gut schützen, in dem man sie in speziellen Gefäßen aus Kunststoff oder Draht in den Boden einbringt. Junge Bäume werden ebenfalls mit einem dichten Drahtflecht, in das der Wurzelballen beim Pflanzen gesetzt wird, maussicher gemacht.

Hochbeetbau

Wühlmäuse lebend fangen

Lohnenswert sind Versuche, Wühlmäuse mit eingegrabenen Weckgläsern zu fangen. Dazu eignen sich Gläser mit mindestens zwei Litern Inhalt: Ein von den Mäusen benutzter Gang wird durch Ausheben der Erde und Einbringen des Glases unterbrochen. Der obere Rand des Glases sollte mit dem Boden des Ganges abschließen. Das von oben entstandene Loch wird soweit abgedeckt, dass kein Licht mehr eindringen kann. Mit etwas Glück wird die Maus, beim Versuch ihren gewohnten Gang zu durchqueren, in der gläsernen Fallgrube lebend gefangen.

Kastenfallen sind die beste Wahl zur Bekämpfung von Wühlmäusen, denn allen anderen Fallentypen, bei denen das Fangen für die Tiere tödlich endet, könnten auch Maulwürfe zum Opfer fallen. Zu diesen Mordinstrumenten, die direkt in die Gänge eingebracht werden, gehören die klassische Zangenfalle, die die Mäuse zwischen zwei gezahnten Spangen tötet und die Schweizer Topcat- und Supercat-Wühlmausfallen, bei denen den Tieren das Genick gebrochen wird.
Zumindest Maulwurfsicher, wenn auch tödlich, ist die Sugan Wühlmausfalle von Neudorff. Um die Falle auszulösen, muss die Maus kräftig an einem beköderten Haken ziehen – eine für Maulwürfe in der Regel unlösbare Aufgabe. Die Falle fängt allerdings nur in eine Laufrichtung und auch hier wird die Maus mittels eines Fangbügels getötet. Fängt man die Tiere lebend in Kastenfallen, kann man sie weit entfernt vom Grundstück aussetzen.

Störgeräusche und Gase

Als effizient haben sich Geräuschquellen, wie mechanische Wecker, die in einem Behälter in den Boden eingegraben werden und laut ticken, erwiesen.
Aus ihren Gängen unter der Erde lassen sich Wühlmäuse auch mit (nicht tötenden) Gasen vertreiben, die in Form von Granulaten oder Kartuschen ausgebracht werden. Damit sind möglichst alle Gänge zu behandeln, damit sich die Tiere dauerhaft zurückziehen. Beim Wühlmausgas von Delu wird Gas aus Carbidbrocken, die mit der Feuchtigkeit im Boden reagieren, freigesetzt. Auf sandigem Boden, wo die Wirkung begrenzt ist, empfiehlt sich zum Beispiel das Rauchmittel von Neudorff auf Basis von Rizinusöl.
Die Praxis, die Nager durch über in den Boden geführte Schläuche mit KfZ-Auspuffgasen zu verschrecken, ist illegal, da Verbrennungsrückstände dem Boden schaden. Bio-Bauern vertrauen auf Kohlenmonoxid, das bei der Verbrennung von Holzkohle entsteht und ebenfalls über ein Schlauchsystem in die Gänge geblasen wird.
Im Handel erhältliche Vibrations- und Frequenzstifte sind in ihrer Wirkung zweifelhaft und verfehlen meist ihre Wirkung.

 

Bei weiteren Problemen im Garten vergleicht bitte unsere Artikel zum MehltauBlattläusenSpinnmilbenWespen und Schnecken!

Eine Antwort auf Wühlmäuse tierfreundlich „bekämpfen“

  1. Nina sagt:

    Ich danke Ihnen für den hilfreichen Artikel. Das sind wirklich nützliche Tipps, vor allem weil man die kleinen Mäuse ja nicht gleich töten möchte.

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