Von Adina, 14. August 2014

Armedangels – Kämpft für öko-faire Mode

Armedangels, „bewaffnete Engel“, da könnte man glatt ins Philosophieren geraten. Wo gegen? Besser gefragt, wofür wird hier gekämpft? Und mit welchen Waffen? Die ersten „Waffen“ waren bedruckte T-Shirts, die im Kampf für eine bessere Welt eingesetzt wurden und immer noch werden. Armedangels ist ein Mode-Label, ein grünes Mode-Label, was sich auf die Fahnen geschrieben hat, das konsequenteste Öko-Label der Welt zu werden. Für diesen hohen Anspruch muss man kämpfen und auch immer mal wieder Rückschläge einstecken. Unserer Meinung nach, ein lohnenswerter Kampf. Wir freuen uns, wenn sich junge Leute entscheiden, etwas verändern zu wollen, etwas besser machen zu wollen.

Logo von Modellabel Armedangels

Armedangels – Grüne Mode zu fairen Preisen

Bei unserer täglichen Kleidung ist noch sehr viel Veränderung nötig, angefangen bei den verwendeten Rohstoffen und deren Verarbeitung, über Arbeitsbedingungen und Löhne bis hin zu den teilweise unglaublichen Transportwegen. Hier geht das Kölner Label Armedangels mit der Verwendung von umweltfreundlichen Materialien, wie Bio-Baumwolle, Leinen oder Cellulose-Fasern, möglichst GOTS und/oder Fairetrade zertifiziert, neue Wege. Faire Löhne werden gezahlt, Kinderarbeit ist tabu, die Modelle werden z.B. in Portugal, der Türkei oder Marokko gefertigt.

Gelbe StrickjackeWas mit einer Idee von zwei, die Welt verbessern wollenden, Studenten begann, hat sich in der Zwischenzeit zu einem Unternehmen mit einem Team von 24 Leuten und Hund Oskar gemausert. Die Geschäftsführung liegt in der Hand von Martin Höfeler, der auch alle Fäden zu einem erfolgreichen Ganzen spinnt. Die Kollektion bei Armedangels hat sich von den anfänglich bedruckten T-Shirts aus Bio-Baumwolle zu einem Rundum-Sorglos-Paket für Frauen und Männer entwickelt, die Wert auf grüne und fair produzierte Mode legen.

Mädels und Frauen finden neben Basics auch Kleider, Röcke, Hosen, sogar Strickmode, Jacken und Sportmode. Jungs und Männer können aus einem breiten Sortiment, angefangen von Hemden, Hosen und Jacken, über Pullover, Strick und natürlich Basics wählen.

Armedangels – Sommer-Sale-Zeit

Auch wenn man aktuell nicht so recht an den Sommer glaubt, er kommt garantiert noch einmal zurück. Jetzt gibt es noch viele ökologisch produzierte Sommer-Mode-Teile, zu reduzierten Preisen zu kaufen. Wann, wenn nicht jetzt, ist die ideale Zeit, um auf Grüne Mode umzusteigen oder sich noch ein paar tolle, neue Lieblingsstücke mit einem doppelt guten Gewissen zu zulegen!

Shirt von ArmedangelsViel Spaß beim Stöbern in ihrem nächsten ökologisch-korrekten Modeladen oder im Internet.

Das ist die ausführliche Antwort von ARMEDANGELS auf den Kommentar von dreiftogg am 02.12.16, erhalten am 02.12.16:

„Hallo Frau Ittershagen-Hammer,

vielen Dank für die Mail. Toll, dass sich ihre Leser immer so mit dem Artikel auseinandersetzen. Natürlich kann ich etwas zu dem Stiftung Warentest Artikel sagen:

Nur kurz zum Hintergrund: Die Stiftung Warentest hat 2010 Basic-T-Shirts von 20 Anbietern nach sozialen und ökologischen Kriterien untersucht. Neben Textilgiganten wie Esprit, Otto und P&C, waren wir im Jahr 2010 mit großem Abstand der David unter den Goliaths im sogenannten CSR-Test. Zu dem Zeitpunkt haben wir etwa 50.000 T-Shirts im Jahr hergestellt (eine extrem kleine Menge). Im Gesamttest hat ARMEDANGELS ein „engagiert“ erhalten, was einer Zweitplatzierung gleichkommt. Im Artikel hat die Stiftung Warentest – trotz der positiven Bewertung – ausdrücklich ARMEDANGELS erwähnt und geschrieben, dass wir keinen engen Kontakt z.B. zur Färberei hätten. Das möchte ich kurz erläutern:

Bis ein T-Shirt verkauft werden kann, durchläuft es etliche Produktionsschritte. Die Baumwollbauern bzw. die Färberei, bei der es in dem Artikel geht, ist nur ein Schritt in dieser langen Kette.

Grob sieht das Ganze so aus: Wir, ARMEDANGELS, haben einen Produzenten in Portugal, den wir für die Herstellung der T-Shirts beauftragen. Dieser Produzent verteilt dann die Aufträge und steuert den Prozess:

Vom Feld kommt die Baumwolle in die Spinnerei, dort wird das Garn hergestellt. Dann kommt das Garn zum Stricker, der es zu Stoff verarbeitet. Die riesigen eier-schalenen Stoffballen kommen dann in die Färberei um gefärbt zu werden. Diese Stoffballen sind von außen nicht als ARMEDANGELS Stoffballen erkennbar. Das heißt, sie sind nicht mit einem ARMEDANGELS Label versehen. Stattdessen findet man das Etikett des Produzenten (bei dem wir die T-Shirts in Auftrag gegeben haben) an den Rollen. Das ist so üblich. Auch müssen Sie sich vorstellen, dass die Menge an Stoff, die wir zu dieser Zeit haben färben lassen, lächerlich klein im Vergleich zu den etlichen tausend Tonnen Stoff war, die die Färberei im Jahr verarbeitet. Grob vielleicht 100.000 Tonnen zu 10 Tonnen (aber das sind keine validen Zahlen, sie sollen Ihnen nur einen Eindruck vermitteln).

Stiftung Warentest hat damals vor Ort einen Mitarbeiter am Färber-Band nach ARMEDANGELS gefragt. Natürlich kannte er uns nicht. Wie sollte er auch?

Welche Konsequenzen haben wir daraus gezogen?

Natürlich haben wir uns riesig über den Artikel und das Vorgehen aufgeregt und uns offiziell beschwert. Die Redaktion war schlussendlich bereit eine Gegendarstellung zu drucken. Das haben wir dann jedoch nicht aktiv weiterverfolgt. Hätte eh nichts mehr gebracht. Natürlich ist es schön alle zu kennen, die an der Produktion beteiligt sind. Vielmehr ist es aber unser Ziel, dass die Partner uns kennen, wissen um was es uns als Marke geht und dass wir eine gemeinsame Mission haben/gemeinsam an eine Strang ziehen. Deshalb ist es uns auch enorm wichtig, dass unsere Partner die eigenen Produktionsprozesse hinterfragen und eigenverantwortlich weiterentwickeln – mit unserer Unterstützung und der der Initiativen in denen wir Mitglied sind. So haben wir 2011 alle Prozesse unserer Lieferkette auf GOTS umgestellt. Außerdem sind wir dabei, die Kontakte zu unseren Produzenten und Lieferanten noch weiter zu vertiefen. Seit 2015 sind wir daher auch Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF). Weitere Infos dazu finden Sie unten.

Dass wir einen langen Weg vor uns haben wissen wir. Aber um den Goliaths der Textilbranche zu zeigen, dass es anders geht, braucht man schließlich auch einen langen Atem.

Zu GOTS:

Der Global Organic Textile Standard (kurz: GOTS) ist eine Zertifizierung der International Working Group on Organic Textile Standards (IWG) und zählt zu den strengsten Standards für biologisch erzeugte Naturfasern. Er definiert Anforderungen, die eine ökologisch nachhaltige sowie eine sozial verantwortliche Herstellung von Textilien gewährleisten. Und zwar vom Anbau des Rohstoffes bis zur Endverarbeitung. Einmal jährlich wird das von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle kontrolliert – seit 2011 auch bei all unseren Produzenten – und das in der kompletten Lieferkette.

Zu Fair Wear Foundation:

Die Fair Wear Foundation ist eine internationale Multi-Stakeholder-Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat gemeinsam mit allen Mitgliedsunternehmen die Lieferketten und Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken weltweit zu verbessern. In einem strengen Verhaltenskodex sind u.a. das Verbot von Kinderarbeit, das Recht auf Vereinigungsfreiheit, sichere Arbeitsplätze, existenzsichernde Löhne und eine ressourcenschonende Produktion in den Nähbetrieben geregelt. Die Einhaltung des Standards wird regelmäßig in den Fabriken vor Ort von Prüfern der FWF und von uns selbst kontrolliert. Wir finden den Ansatz der FWF super. Jedes Unternehmen bekommt die Chance und die Unterstützung ihre Produktionsbedingungen zu verbessern. Unser Anspruch ist es, unsere Lieferanten dabei zu unterstützen, dauerhaft gute Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter zu ermöglichen.

Ich hoffe diese Antwort hilft Ihnen weiter. Wenn ich Sie noch weiter unterstützen kann, melden Sie sich gerne bei mir.“

Wir von Livona möchten uns für die schnelle und ausführliche Antwort bedanken.

4 Antworten auf Armedangels – Kämpft für öko-faire Mode

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